Simone White

Genre female vocalists, singer-songwriter, folk, indie, indie pop

Geboren am 7. Februar 1970 auf der Hawaii-Insel Oahu, als Kind übergesiedelt nach Kalifornien, danach Aufenthalte in Seattle, London und schließlich in New York gelandet: Simone White ist schon viel herumgekommen. Denkbar günstige Voraussetzungen, um sich musikalisch früh genug der Gefahr zu entziehen, in allzu engen Schemata zu denken und die passenden Rahmenbedingungen für den eigenen künstlerischen Ausdruck auszuloten.

Simone Whites zweites Album ist schon eine Weile auf dem Markt, aber passend zum Artikel in Spex #310 über das wunderbare Londoner Label Honest Jon´s sei hier nachträglich eine dringende Hörempfehlung für »I Am The Man« ausgesprochen: ein Album für Menschen, die gerne dem Geräusch fallender Herbstblätter oder dem Atmen von Ameisen lauschen. In Sachen Stille, Besinnung und Introspektion ist 2007 bislang wohl keine Platte erschienen, die mit dermaßen bestimmter Sanftheit auftrumpfen kann – auch wenn wir es hier zum Teil mit voll instrumentierten Songs zu tun haben und sich die Texte keineswegs darauf beschränken, dem Hörer das Türchen zu Whites Gefühlshaushalt zu öffnen. Alleine Titel wie »The American War« (»Do you remember all the people we bombed / All the homes that were there that are now gone«) oder »Great Imperialist State« genügen, um die Richtung zu erkennen.

Nun ergeben regierungskritische Texte und soziale Studien natürlich längst noch kein gutes Album. Mit Blick auf die Musik schwirren da plötzlich Spuren von Joni Mitchell, Low, Souled American oder gar portugiesischem Fado durchs Gehör. Blues-, Soul- und Jazzmuster bilden ein stabiles Fundament, das immer wieder unerwartete Klänge ausspuckt: Der Opener »I Didn’t Have A Summer Romance« gleicht einer unglaublichen Verbindung aus Cat Power und Bert Kaempfert, in »Great Imperialist State« schießen plötzlich Sonic Youth-Gitarren in den Vordergrund, »The Beep Beep Song« bringt infantile Lust an Wortwiederholungen ins Spiel.

Paddy McAloon hat vor vielen Jahren einmal den schlauen Satz gesagt, er verstehe nicht, warum viele Menschen Protestmusik reflexartig mit lauten Gitarren assoziieren. »I Am the Man« ist lauter Protest in stillen Klängen.


Source

Geboren am 7. Februar 1970 auf der Hawaii-Insel Oahu, als Kind übergesiedelt nach Kalifornien, danach Aufenthalte in Seattle, London und schließlich in New York gelandet: Simone White ist schon viel herumgekommen. Denkbar günstige Voraussetzungen, um sich musikalisch früh genug der Gefahr zu entziehen, in allzu engen Schemata zu denken und die passenden Rahmenbedingungen für den eigenen künstlerischen Ausdruck auszuloten.

Simone Whites zweites Album ist schon eine Weile auf dem Markt, aber passend zum Artikel in Spex #310 über das wunderbare Londoner Label Honest Jon´s sei hier nachträglich eine dringende Hörempfehlung für »I Am The Man« ausgesprochen: ein Album für Menschen, die gerne dem Geräusch fallender Herbstblätter oder dem Atmen von Ameisen lauschen. In Sachen Stille, Besinnung und Introspektion ist 2007 bislang wohl keine Platte erschienen, die mit dermaßen bestimmter Sanftheit auftrumpfen kann – auch wenn wir es hier zum Teil mit voll instrumentierten Songs zu tun haben und sich die Texte keineswegs darauf beschränken, dem Hörer das Türchen zu Whites Gefühlshaushalt zu öffnen. Alleine Titel wie »The American War« (»Do you remember all the people we bombed / All the homes that were there that are now gone«) oder »Great Imperialist State« genügen, um die Richtung zu erkennen.

Nun ergeben regierungskritische Texte und soziale Studien natürlich längst noch kein gutes Album. Mit Blick auf die Musik schwirren da plötzlich Spuren von Joni Mitchell, Low, Souled American oder gar portugiesischem Fado durchs Gehör. Blues-, Soul- und Jazzmuster bilden ein stabiles Fundament, das immer wieder unerwartete Klänge ausspuckt: Der Opener »I Didn’t Have A Summer Romance« gleicht einer unglaublichen Verbindung aus Cat Power und Bert Kaempfert, in »Great Imperialist State« schießen plötzlich Sonic Youth-Gitarren in den Vordergrund, »The Beep Beep Song« bringt infantile Lust an Wortwiederholungen ins Spiel.

Paddy McAloon hat vor vielen Jahren einmal den schlauen Satz gesagt, er verstehe nicht, warum viele Menschen Protestmusik reflexartig mit lauten Gitarren assoziieren. »I Am the Man« ist lauter Protest in stillen Klängen.


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Great Imperialist State

The American War 6

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I Didn't Have Any Summer Romance 10

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